Workshop für Ukrainekinder


Ukrainische Flüchtlingskindern konnten die Kriegserlebnisse für einen Tag vergessen. Der Besuch des Leder- und Gerbermuseum in Mülheim an der Ruhr mit anschließender Herstellung einer eigenen Ledertasche machte es möglich.


Laut einer Studie der Universität in Kiew aus dem Jahr 2014 leiden Kinder mit posttraumatischen Störungen bedingt durch die Erlebnisse des Krieges an starken Depressionen. 50 % dieser Kinder tragen diese Depressionen bis ins Erwachsenenalter. Durch schöne Erlebnisse und die Betreuung von Psychologen können diese überlagert werden.


Durch die ukrainische Kinderpsychologin Nataliya Shapoval, die mit ihren 4 Kindern aus Kiew geflohen ist und in Düsseldorf lebt, werden die Kinder begleitet. Die Kinder besuchen das Museum, dürfen mit allen Sinnen erfahren wie Leder hergestellt wurde, wie es sich anfühlt, wie es riecht und welche Tierhäute es gibt. Mit allen Sinnen erleben, ist hier das Motto. Im Lederzoo kann man den Unterschied zwischen dem dickhäutigen Elefant und der dünnen Ziegenhaut sehen, anfassen und sogar „hören“. Nicht zu vergessen der Artenschutz! Anschließend stellt sich jedes Kind seine eigene Leder-Tasche her. Die Kinder werden so auch haptisch mit dem Wertstoff Leder vertraut gemacht, indem sie selbst aus Leder ein Produkt herstellen.


Die ukrainische Psychologin aus Kiew bemerkte, noch nie so viel Strahlen auf den Gesichtern ihrer kleinen Schützlinge gesehen zu haben, wie in dem Augenblick, als sie mit ihren Taschen zurück ins Flüchtlings-Camp kamen. Stolz präsentierten sie das, was sie mit ihren eigenen Händen hergestellt hatten. Zum Teil waren das Kinder, die seit Wochen nicht mehr gesprochen haben und das auf der Flucht Erlebte noch nicht verarbeitet haben. Sie kamen aus Butscha, Mariopol, Kiew, Odessa, Charkiw, Cherson und weiteren Städten.


Die Rückmeldungen und Dankbarkeit der Mütter waren übersprudelnd, die Kinder sprachen endlich mal nicht über den Krieg, sondern konnten von einem schönen Erlebnis berichten, am liebsten würden sie ein weiteres Mal kommen. Die Workshops werden natürlich weiterhin durchgeführt.